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Mein Gewicht

Mit Jens Nielsen.
SAMSTAG, 12. SEPTEMBER 2015, 20 UHR

Die Welt ist anders, als wir zu wissen vorgeben …

Ein Mann kommt aus der Dusche und steht auf die Waage – wie immer, wenn für ihn ein neuer Tag beginnt. Er schaut hinunter auf die Anzeige und sieht: Heute zeigt seine Waage kein Gewicht. Das ist neu. Er zieht seinen Bademantel an und setzt seinen Hut auf. Er schaut ein zweites Mal auf die Anzeige der Waage und sieht: Mit Hut und Bademantel zeigt sie zwei Kilogramm. «Was ist los?», denkt er. Er blickt in den Spiegel, er legt die Hände auf seinen Körper. Aber sind das überhaupt seine Hände? «Bin ich ich?», denkt er. Schwindelerregende Gedanken durchzucken sein Gehirn: «Wach ich oder träum ich?» Ist die Welt noch seine Welt? Er verlässt seine Wohnung, tritt auf die Strasse hinaus und ein wunderlicher Tag nimmt seinen Lauf.

Jens Nielsen nimmt diese Situation als Ausgangspunkt für das merkwürdige Protokoll einer Figur. Nennen wir sie Ich. Ich erlebt, wie eine Welt und ein Leben auseinanderbrechen und kehrt am Abend zurück in eine Wohnung, die mal seine war. Er ist konfrontiert mit einer Vergangenheit, die es nicht mehr gibt.

In einem Spiel mit unserer Alltagswahrnehmung entlarvt Jens Nielsen die alltägliche Normalität in ihrer Absurdität und Groteske: Er hebt die Welt aus den Fugen, stellt sie auf den Kopf, Menschen sind nicht gewichtiger als Mäuse. Und wer ist es, der uns da tagtäglich aus dem Spiegel anblickt? Die Welt ist anders, als wir zu wissen vorgeben.

Jens Nielsen wollte eigentlich 1970 geboren werden. Wurde dann aber 1966 geboren. Er absolvierte die Schauspielschule Zürich und arbeitet als freischaffender Schauspieler, Sprecher und Autor. 2006 gründete er mit der Regisseurin Antje Thoms und dem Schauspieler Dominique Müller die Theaterformation «Trainingslager», für die er regelmässig schreibt. Zuletzt war er im fabriggli mit seinen Soloprogrammen «Alles wird wie niemand will», «1 Tag lang alles falsch machen» und «Niagara – Ein Mann fährt auf Hochzeitsreise» zu sehen.

Eintritt: Fr. 25.– (erm. 15.–)

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